Ebenhausen

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Geographische Lage

Der Ort Ebenhausen liegt ca. 15 km nordwestlich der Industriestadt Schweinfurt und ca. 9 km südöstlich der Kurstadt Bad Kissingen. Ebenhausen ist durch die von Würzburg in Richtung Meinigen verlaufende Bundesstraße 19 an das überörtliche Verkehrsnetz angeschlossen.

Ebenhausen gehört zum Landkreis Bad Kissingen und ist südwestlicher Grenzort zum Landkreis Schweinfurt.


Ortsname

Ebenhausen, mundartlich "Awahausa" oder "Abehause", hat im Laufe der Geschichte seinen Namen mehrmals abgeändert. In der wahrscheinlich ersten Erwähnung aus dem Jahr 788 trägt es den Namen Isanhuson oder Isanhus.

Im Jahre 822 wird es urkundlich Asanhus oder Asenhus. 1126 wird der Name als Ebenhusen, ab Ende des 14. Jahrhunderts jedoch regelmäßig als Ebenhausen erwähnt.

Der Volksmund meint, Ebenhausen sei abgeleitet von den "Häusern in der Ebene".
Die wahrscheinlichste Ableitung ist die, vom Rittergeschlecht "Ebo", das schon 500 bis 800 n. Chr. existierte. Der Name "Ebo" ist eine Kurzform von Eberhard.

Der Name Ebenhausen ist also wahrscheinlich aus Ebonishusen (Ebonis = lateinisch, Genitiv von Ebo) entstanden und bedeutet: die Häuser des Ebo.

 

Geschichte des Ortes

Die ersten Funde im Raum Ebenhausen gehen bis auf das Jahr 8000 v. Chr. zurück. Die größte vorgeschichtliche Fundstätte im Raum Ebenhausen ist ein Hallstattfriedhof (750-450 v. Chr.), bestehend aus 69 Gräbern mit Beigaben.

Geschichte ab der ersten urkundlichen Erwähnung (Wappen)

Am 19. April 788 schenkten Gaugraf Manto (Matto) II. und sein Bruder Megingoz das von ihrem Vater Manto (Matto) I. ererbte Gut zu Isanhuson im Saalegau, neben anderen Besitzungen, an das Kloster Fulda.

Im Jahr 1037 tritt Graf Poppo von Henneberg erstmals urkundlich in Erscheinung. Die Henneberger gehen vermutlich auf die fränkischen Gaugrafen zurück. Ebenhausen war von Anfang an hennebergische Zehnt.

1216 verpfändet der Graf von Henneberg die Einkünfte zu Ebenhausen an das Würzburger Domkapitel.

1274 Bei einer Güterteilung kommen viele Güter und Ortschaften an Hermann II:, den Begründer der Aschacher Linie der Henneberger.

Im Jahre 1275 gab es einen Dauerregen von Mai bis Oktober. Die dadurch verursachte Missernte brachte große Not über das Land, zudem war es noch ein Pestjahr.

1315 Heinrich IV. von Henneberg versetzt Schloss und Stadt Ebenhausen an seinen Vetter Heinrich V. um 200 Mark Silber.

1353 kommt Ebenhausen an das Hochstift Würzburg und erhält das Stadtrecht.

1401 verleiht Bischof Johann von Egloffstein der Stadt Ebenhausen das Recht, Jahrmärkte abzuhalten.

1525 Im Bauernkrieg werden sämtliche Schlösser und Adelssitze im Amt Ebenhausen zerstört.

1637 (während des Dreißigjährigen Krieges) wählten die Kroaten den Altenfelder Hof zu ihrem Standort. Seit dieser Zeit heißt der Altenfelder Hof nur noch der "Kroaten- oder Krawattenhof".

1641 wurde Ebenhausen von den Schweden zur Hälfte niedergebrannt.

1725 wird ein Haus (das alte Rathaus) nach den Plänen von Balthasar Neumann gebaut.

1802 wurde das Gebiet der Fürstbischofs von Würzburg bayerisch. Das Amt Ebenhausen wurde aufgelöst und dem Rentamt und Landgericht Euerdorf unterstellt.

1818 Ebenhausen verzichtet auf seine Stadtrechte.

Von 1819-1823 wird in Ebenhausen eine neue Kirche gebaut.

Mit der Einrichtung der Bezirksämter kommt Ebenhausen 1862 zum Bezirksamt Hammelburg.

1872 wird in Ebenhausen die Bahnstation für die Meininger Bahn errichtet.

1879 kommt Ebenhausen zum Bezirksamt Bad Kissingen.

Am 1. März 1909 bekommt Ebenhausen eine eigene Postagentur.

1914 Im ersten Weltkrieg finden 22 Ebenhäuser den Tod.

1922 wurde im Ort das elektrische Licht verlegt.

In der Zeit von 1933 - 1945 wurde die Ortswasserleitung gebaut und das Ortsnetz an die Rhön-Maintal-Wasserversorgung angeschlossen.

Nach dem Krieg suchten zahlreiche Flüchtlinge aus den Ostgebieten in Ebenhausen eine neue Heimat.

1972 Zusammenschluss der vier Gemeinden zur Großgemeinde Oerlenbach.

 

Die Wüstungen


Die Ortswüstung Altenfelden

Altenfelden wird urkundlich erstmals 1192 als Altenfeld erwähnt. Ein Hof zu Altenfelden wird 1413-16 erwähnt. Die erste Wüstnennung findet sich im Jahre 1474 im Salbuch des Amtes Ebenhausen. Man geht davon aus, dass der Ort Altenfelden etwa im ausgehenden 14. oder frühen 15. Jahrhundert verlassen wurde. Naturkatastrophen oder Seuchen könnten die Gründe dafür sein.
Die Stelle der Ortswüstung liegt heute auf Kützberger Gemarkung, zur damaligen Zeit aber gehörte es zum Amt Ebenhausen.

 

Der Altenfelder Hof

Der Altenfelder Hof hat zwar seinen Namen von der Ortswüstung Altenfelden, aber auf der alten Ortsstätte liegt er nicht, sondern auf der ehemaligen Gemarkung der Ortswüstung Altenfelden.

Erstmals 1594 wird ein "Hof zu Altenfelden" erwähnt.

1637 wählten die Kroaten den Altenfelder Hof zu ihrem Standort. Von hier aus quälten sie die Umgebung. Seit dieser Zeit heißt der Altenfelder Hof im Volksmund nur noch der "Kroaten- oder Krawattenhof". Diese Bezeichnung ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

 

Die Ortswüstung Wackenhausen

1431 wird in einer Verkaufsurkunde "Wackenhawsen" erwähnt.

Heute existiert nur noch eine Flurbezeichnung "Wackenhausen". In dieser Flur fand um 1900 ein Bauer bei Erdarbeiten Brandschutt, Mauern und Keramik. Als Gründe für das Verlassen dieser Wüstung kommen Missernten, Hungersnöte oder Pestepidemien in Frage.

 

Die Ortswüstung Wittighausen

Um 1150 wird der Ort als "Witinginhusen" urkundlich erwähnt. Im Salbuch 1 des Amtes Ebenhausen heißt es laut Eintragung aus dem Jahre 1474: "Altenfelden, Wittighausen und Wackenhausen sind wuste".

1655 wird laut einer Urkunde ein Teil der Wüstengemarkung zwischen Ebenhausen und Oerlenbach aufgespalten.

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