Die Bestandsentwicklung der Kirchenglocken
 

Die Glocken der Pfarrkirche zu Ebenhausen (bis 1942).

1. Eine kleine Glocke aus dem 14. Jahrhundert (40 cm Durchmesser).

In gothischer Formgestalt einen Bienenkorbs, welche Im Volkemunde das Henkersglöckle - Arme Sünder Glöckle genannt wird, hat manchen armen Sünder auf seinem letzten Gang zur Richtstätte geläutet.

2. Eine Alphabeth Glocke aus dem 14. Jahrhundert (60 cm Durchmesser)

Sie zeigt als Umschrift das A,B.C. in gothischen Grossbuchstaben. Sie hat geschichtlichen und kunstgewerblichen Wert.

3. Die grosse Glocke

gegossen 1717 ist auf a gestimmt und der Mutter Gottes geweiht. Am oberen Teil der Glocke befindet sich die Umschrift: "Unter deinem Schutz und Schirm, fliehen wir hl. Gottesgebärerin".

4. Eine mittlere Glocke mit folgendem Abzeichen (1810)

Auf der einen Seite: Ein Kruzifix mit der Inschrift: I.N.R.J. und dem Bilde der Mutter Gottes, des hl. Johannes u. der hl. Magdalena.

Maria et Madlena
Orate pro nobis.

Auf der Gegenseite: Eine Monstranz, 10 Münzen der damaligen Zeit umrahmen folgende Inschrift:

Ich bin bestimmt dem Volk zu läuten:
In frohen und betrübten Zeiten,
an Tagen die der Herr geboth
bei Trauungen und bei dem Tod.

Gegossen wurde die Glocke 1810 von Valtin Herbig, Glockengiesser in Mellrichstadt. Engelsköpfchen und Kränzchen umgeben den oberen Teil der Glocke. Zur damaligen Zeit war Jakob Weiß Pfarrer und Georg Schmidt Schultheiss in Ebenhausen.

Die Glocken waren während des Krieges 1914/18 von der Beschlagnahme, Enteignung und Ablieferung befreit.

 
Kirchenglocken
 

 

5. Zwei neue Glocken 1922

Im Jahre 1922 wurden an Stelle der zersprungenen mittleren Glocke (1810) zwei neue Glocken vom Glockengiesser Klaus in Heidingsfeld gegossen. Sie sind dem Herzen Jesu (Cor Jesu und der Mutter Gottes geweiht. Cor Maria). Das Geläute ist auf a c d f gestimmt.

Am weissen Sonntag 1922 wurden diese beiden neuen Glocken feierlich durch den Ortspfarrer, Lorenz Hartung eingeweiht. Paten waren die beiden Bürgermeister Ignaz Greubel und Ludwig Karch.

1942 wurden 3 Glocken beschlagnahmt und am 2. März 1942 Turm genommen. Die Alphabeth-Glocke aus dem 14 Jahrhundert verblieb im Turm.

Ebenhausen, den 10. März 1942

Verfasser: unbekannt
(Handschrift, Archiv des Heimatmuseums Ebenhausen)

Ergänzung:

Nach dem im Orginal im Archiv des Museums vorliegenden "Lieferungs-Vertrag" vom 4. Februar 1921 wurden die 1922 angeschafften Glocken von der Firma Ulrich, Glockengießerei, Apolda gegossen und geliefert. Die zwei neuen Glocken wurden mit insgesamt 20.420 Mark berechnet. Hiervon wurden 7.000 Mark für alte Glocken (350 kg zu 20 Mark) abgezogen. Die Kirchengemeinde Ebenhausen mußte also 13.420 Mark selbst aufbringen.

Ergänzung und Aufbereitung für elektronische Medien durch Eberhard Farrnbacher im Februar 2001

zum Seitenanfang

 
 

Nach oben ] Altenfelden ] Eisenbahn ] Luftbild-Ebenhausen ] [ Kirchenglocken ] Bahnpost ]

© Heimatmuseum 2001