Kirche
 

Die Pfarrkirche zu Ebenhausen

 

Im Oktober 1819 wurde mit dem Neubau der Pfarrkirche begonnen, der erst 1823 vollendet wurde. Der Eröffnungsgottesdienst wurde am 19. Oktober 1823 durch Pfarrer Georg Severin Illig zelebriert.

Die Kirche ist ein nachklassizistischer Bau im italienischen Stil. Der mächtige viereckige Turm hatte ursprünglich eine nadelförmige Spitze, die aber später wegen ihrer Baufälligkeit durch eine andere Spitze ersetzt werden musste. Die Planung der Kirche im italienischen Stil erfolgte 1819 im Auftrag des Kronprinzen Ludwig von Bayern durch dessen Hofbaumeister Morell, der anstelle des etwas armseligen Kirchleins eine repräsentative Kirche erbaut haben wollte. Diesen Beschluss fasste der Kronprinz, als er auf dem Weg nach Bad Kissingen in Ebenhausen Station machte.

Die Kirche besitzt eine mächtige Freitreppe und drei große Eichenholzflügeltüren, die reichlich mit Schnitzereien versehen sind. Der Innenraum wirkt saalartig, hat ein halbrundes Chor und eine Spiegeldecke. Die Wände sind durch sehr weite, früher bunte Fenster aufgeteilt.

Der im Mittelpunkt der Kirche stehende Hochaltar stammt aus dem Jahre 1730 und hat einen kunstvollen Tabernakelaufbau. Der Pelikan über dem Tabernakel wurde von Bildhauer Weidner aus Bad Kissingen geschnitzt. Seitlich am Tabernakel sind Reliefs mit Bundeslade und Schubroten zu sehen. Die Wände hinter dem Tabernakel sind von Leisten und Schmuckformen belebt und von einem Bild geprägt, das den gesamten Altarraum ausfüllt. Der Hochaltar selbst und andere Ausstattungsstücke stammen aus der säkularisierten Augustinerkirche in Würzburg. Eine Instandsetzung erfolgte 1904.


 
der Altar

Die Seitenaltäre (um 1800) treten zurück und sind über Eck gestellt. Sie stammen ebenfalls aus der ehemaligen Augustinerkirche in Würzburg. Die mit prunkvollen Hauben gekrönten Seitenaltarbilder "Maria vom Siege" (links) und Sebastian (rechts) wurden 1865 vom Maler Georg Hartmann aus Giebelstadt für 75 Gulden gemalt.

Der Chorbogen ist auf jeder Seite von einer Doppelsäule auf hohen Sockeln mit korinthischen Köpfen umrahmt. Neben den Säulen ist reicher Zierrat angebracht; davor stehen Holzfiguren des hl. Augustinus und des hl. Gelasius. Über dem Chorbogen erhebt sich ein Aufsatz mit einem Zierschild in der Mitte und Urnen an der Seite.

Die Kanzel wurde von Schreinermeister Sachs aus Sulzthal 1826 gefertigt und stellt eine Nachbildung der Sulzthaler Kanzel dar, die aus der säkularisierten Kirche Klosterheidenfeld stammt. An der geschweiften Außenwand der Kanzel sind die vier Evangelisten und die Büsten der Erdteile zu erkennen. Im Schalldeckel sind vier Kirchenväter in den Rundbögen zu erkennen. Die Bekrönung der Kanzel zeigt die Sinnbilder von Glaube, Hoffnung und Liebe.

Die Orgel, auf der nach der Legende Martin Luther bei seiner Rückkehr aus Italien während eines Aufenthalts im Augustinerkloster Würzburg gespielt haben soll, stammt aus der säkularisierten Augustinerkirche in Würzburg. Sie ist fünfteilig und mit Akanthuswerk und Rosen verziert. Die Schnitzereien sollen um 1730 gefertigt worden sein. Gespielt wurde zum ersten Mal am Gründonnerstag 1824 auf dieser Orgel. Um dieses prächtige Orgelwerk zu erhalten und zu verbessern, erfolgte 1965 unter Pfarrer Erich Wolbert eine Umrüstung. Der frische, volle Klang der Orgel wird durch 18 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pendel, erreicht. Der Spieltisch ist eingerichtet für 23 Register, so dass das Orgelwerk jederzeit vergrößert werden kann. Das Werk besitzt 1210 klingende Pfeifen und etwa 5000 Kontakte.

 

Eberhard Farrnbacher

 

Quellen: Aus der Geschichte eines fränkischen Dorfes -Ebenhausen 788 - 1988
Herausgeber: Gemeinde Oerlenbach, 1988

Diverse Vereinsfestschriften - Veröffentlichungen der Tagespresse "MAIN POST" und " Schweinfurter Tagblatt" (insbesondere Heinz Müller)

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